In Kaiserslautern nach dem Wiederaufstieg

Samstag, 24.04.2010, vormittags, Karlsruhe
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Beim Frühjahrssymposium der Arbeitsgemeinschaft Strafrecht wünscht sich der Vizepräsident des BGH, ein Pfälzer,  in seinem Grußwort, der FCK möge an diesem Wochenende vorzeitig in die 1. Bundesliga aufsteigen. Ich denke an meinen Hauptverhandlungstermin beim Amtsgericht Kaiserslautern am Montag und hoffe dies auch.

Samstag, 24.04.2010, nachmittags
Der FCK spielt daheim 0:1 gegen Rostock. Da gibt’s nichts zu feiern.

Sonntag, 25.04.2010
FSV Frankfurt leistet dem FCK Schützenhilfe, spielt 1:1 gegen Augsburg und Kaiserslautern ist aufgestiegen.

Montag, 26.04.2010
10.00 Uhr
Stau auf der A6 zwischen Wattenheim und Kaiserslautern. Ich komme zu spät zum Termin, der eigentlich jetzt hätte beginnen sollen.
10.30 Uhr, Kaiserslautern
Ich bin da. Der auf meinen Antrag hin geladene Sachverständige erscheint nicht, hat einen anderen Termin. Der Zeuge, ein Polizeibeamter, ist ebenfalls nicht gekommen. Nur der Geschäftsführer der Spedition, bei der der Angeklagte beschäftigt ist.
Der sagt dann in diesem Fortsetzungstermin aus. Der Angeklagte sei ein vorbildlicher Mitarbeiter.
Angeklagt ist er der Nötigung im Straßenverkehr. Im letzten Termin, nach der Vernehmung der Belastungszeugen,  hatte die Richterin ins Beratungszimmer gebeten, Rücknahme des Einspruchs gegen den Strafbefehl nahe gelegt und auf § 44 StGB verwiesen, auf den erkannt der Strafbefehl nicht hatte.
Nun bat sie wieder ins Beratungszimmer.
§ 153a.
Weil der Arbeitgeber ihn als so außerordentlich zuverlässig geschildert hatte und er auch keine Eintragungen im VZR hatte. Und natürlich auch aus verfahrensökonomischen Gründen.

11.00 Uhr, Kaiserslautern, Cafe gegenüber Hauptbahnhof
In dem Cafe am Bahnhof liegt ein Stapel Bild-‚Zeitungen. Drauf ist der FCK und alles sieht so rot aus.
Am Nachbartisch ein alter Mann. Ob wir geschäftlich in Kaiserslautern seien. Er sei 92 und habe schon zwei Kriege mitgemacht. Es schließt sich die Beschreibung von Kriegserlebnisse an. Der Kohl sei ja nie im Krieg gewesen. Den Einwand: „der war Flak-Helfer“ läßt er nicht gelten. Dann geht er. Dreht sich noch einmal um und sagt:“92!“ „Zwei Kriege mitgemacht!“ Und zwinkert.

Ein Gedanke zu „In Kaiserslautern nach dem Wiederaufstieg

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